Rezept online anfordern: so funktioniert es
Ein Arzt kann nach Auswertung eines ausführlichen medizinischen Fragebogens ein Privatrezept ausstellen und es Ihnen als PDF per E-Mail zusenden. Der Weg ist an klare Grenzen gebunden: Betäubungsmittel und Arzneimittel mit T-Rezept sind ausgeschlossen. Ob eine Verordnung möglich ist, entscheidet immer der Arzt nach Auswertung Ihrer Angaben.
Wie ein Rezept nach einer Online-Beurteilung entsteht
Am Anfang steht ein medizinischer Fragebogen, kein Warenkorb. Sie beschreiben, welches Arzneimittel Sie bisher einnehmen, in welcher Dosierung, seit wann und aus welchem Grund, oder, wenn es um ein neues Medikament geht, welche Beschwerden Sie haben und seit wann. Dazu kommen Angaben zu Vorerkrankungen, weiteren Medikamenten, Allergien, Schwangerschaft und aktuellen Messwerten, soweit sie für das Präparat relevant sind. Diese Angaben wertet ein Arzt aus.
Drei Ergebnisse sind möglich. Erstens: Die Angaben reichen aus, das Präparat ist für Ihre Situation vertretbar, ein Privatrezept wird ausgestellt. Zweitens: Es fehlt etwas, zum Beispiel ein aktueller Blutdruckwert, ein Laborbefund oder ein Arztbrief. In diesem Fall stellt der Arzt konkrete Rückfragen, und Sie schicken die fehlenden Unterlagen. Die dritte Möglichkeit: Der Arzt hält eine Verordnung ohne persönliche Untersuchung nicht für verantwortbar und lehnt ab. Das ist kein Ausnahmefall, sondern ein regulärer Teil des Verfahrens.
Wichtig ist die Reihenfolge: Sie zahlen für die ärztliche Beurteilung, nicht für ein garantiertes Dokument. Ein seriöser Anbieter sagt Ihnen das Rezept nicht vorab zu. Wer das tut, verkauft kein ärztliches Urteil, sondern eine Formalität.
Welche Rechtsgrundlage ein Rezept aus dem EU-Ausland hat
Ein Rezept aus einem anderen EU-Staat hat in Deutschland denselben Rang wie ein inländisches. Maßgeblich ist § 2 Absatz 1a der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Die Verordnung muss dabei alle Pflichtangaben enthalten, die § 2 Absatz 1 AMVV verlangt: Name und Berufsbezeichnung des Arztes, Praxisanschrift, Name und Geburtsdatum des Patienten, Arzneimittel mit Wirkstärke und Menge, Darreichungsform, Ausstellungsdatum und Unterschrift.
Soll ein Rezept in einem anderen Mitgliedstaat eingelöst werden, regelt der Anhang der Durchführungsrichtlinie 2012/52/EU den Inhalt: Patientendaten mit Geburtsdatum, Ausstellungsdatum, Angaben zur verordnenden Person mit Kontakt und Unterschrift sowie Wirkstoff, Stärke, Darreichungsform, Menge und Dosierung.
Auf der Seite der Apotheke regelt § 17 Absatz 4 der Apothekenbetriebsordnung den Umgang mit Verschreibungen. Praktisch heißt das: Die Apotheke prüft die Verordnung auf Vollständigkeit und Plausibilität. Sie ist nicht verpflichtet zu beliefern, wenn pharmazeutische Bedenken bestehen. Das gilt allerdings genauso für jedes Rezept aus einer deutschen Arztpraxis und ist keine Besonderheit ausländischer Verordnungen.
Wie Sie das Rezept einlösen: Dokument per E-Mail, Vorlage in der Apotheke
Das Rezept schicken wir Ihnen als PDF-Datei per E-Mail. Aufgebaut ist es nach dem Anhang der Durchführungsrichtlinie 2012/52/EU, dem Muster für Rezepte, die in einem anderen Mitgliedstaat eingelöst werden. Ein Abruf per PIN oder über die Versichertenkarte ist dafür nicht vorgesehen.
Drucken Sie die Datei aus und nehmen Sie sie mit einem gültigen Ausweis in die Apotheke mit, denn dort wird geprüft, dass das Rezept zu Ihnen gehört. Eine bestimmte Apotheke nennen und verlinken wir bewusst nicht. Ob beliefert wird, prüft die Apotheke anhand der Pflichtangaben.
Es handelt sich um ein Privatrezept. Sie zahlen den vollen Apothekenpreis des Arzneimittels selbst, es gibt keine Zuzahlungsregelung der Krankenkasse und keine Abrechnung über die Gesundheitskarte. Bei günstigen Generika fällt das kaum ins Gewicht, bei teuren Originalpräparaten sehr wohl. Rechnen Sie das vorher durch, bevor Sie sich für diesen Weg entscheiden.
Warum ein deutsches E-Rezept aus dem Ausland nicht funktioniert
Das deutsche E-Rezept setzt die Telematikinfrastruktur voraus, auf die eine Praxis im Ausland keinen Zugriff hat. Wer Ihnen ein E-Rezept auf die Gesundheitskarte verspricht, obwohl der Arzt nicht in Deutschland niedergelassen ist, beschreibt etwas, das technisch nicht existiert.
Das ist kein Mangel der Verordnung selbst, sondern nur eine Frage des Übertragungswegs. § 2 Absatz 1a AMVV stellt eine vollständige Verordnung aus einem anderen EU-Staat einer inländischen gleich. Sie lösen sie nur anders ein: nicht über den Abruf mit der Karte, sondern über ein Dokument, das Sie in der Hand halten.
Daraus folgt eine praktische Konsequenz für Ihre Planung: Rechnen Sie den Postweg mit ein, wenn Sie den Ausdruck an eine Versandapotheke schicken. Bei einer Dauermedikation lohnt es sich, das neue Rezept rund zwei Wochen vor dem Ende der Packung anzufragen und nicht erst am letzten Tag. So entsteht keine Therapielücke, und genau die ist bei Blutdruckmitteln oder Schilddrüsenhormonen das eigentliche Risiko.
Welche Arzneimittel vom Online-Weg ausgeschlossen sind
Ausgeschlossen sind alle Arzneimittel, die dem Betäubungsmittelrecht unterliegen, und alle Arzneimittel mit T-Rezept. Im Einzelnen verordnen wir weder Opioide wie Tramadol und Tilidin noch Benzodiazepine wie Lorazepam und Diazepam, Z-Substanzen wie Zolpidem und Zopiclon, Stimulanzien wie Methylphenidat und Lisdexamfetamin oder Cannabis. Diese Gruppen sind an eine unmittelbare ärztliche Betreuung und an besondere Verschreibungsformen gebunden, die sich auf diesem Weg nicht abbilden lassen.
Wir schließen zusätzlich Gabapentinoide aus, also Pregabalin und Gabapentin. Diese Mittel fallen in Deutschland zwar nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, können aber missbraucht werden und abhängig machen; ihre Verordnung braucht eine engmaschige Begleitung.
Auch Präparate, für die eine Untersuchung, ein bildgebendes Verfahren oder regelmäßige Kontrollen nötig sind, kommen online nicht infrage. Dazu zählt etwa orales Isotretinoin bei schwerer Akne. Und es gilt eine grundsätzliche Grenze: Der Online-Weg eignet sich für Beschwerden und Diagnosen, die sich anhand eines Fragebogens beurteilen lassen, für die Fortführung einer Therapie ebenso wie für ein neues Medikament. Lässt sich die Diagnose nur nach einer Untersuchung stellen, bittet der Arzt um Befunde oder empfiehlt Ihnen eine Praxis vor Ort. Ein akuter, unklarer Beschwerdefall gehört in eine Arztpraxis vor Ort.
Was die Beurteilung kostet und wann die Gebühr zurückfließt
Die Gebühr steht für die Prüfung Ihrer Angaben durch den Arzt und nicht für ein ausgestelltes Rezept. Das ist der entscheidende Unterschied und der Grund, warum wir keine pauschale Rückerstattung zusagen.
Die Preise: Online-Rezept für ein bisheriges oder ein neues Medikament 24,90 EUR. GLP-1-Analoga zur Gewichtsreduktion 29,90 EUR. Eine vorrangige Bearbeitung kostet 9,90 EUR zusätzlich. Der Preis des Arzneimittels selbst ist darin nicht enthalten, den zahlen Sie in der Apotheke.
Zur Erstattung gilt Folgendes: Lehnt der Arzt eine Verordnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen ab, erstatten wir die Gebühr. Bittet Sie der Arzt um Unterlagen, haben Sie dafür mindestens 7 Tage Zeit, und wir erinnern Sie an die Frist; lässt sich die Beurteilung nicht abschließen, erstatten wir Ihnen die Gebühr vollständig.
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist übrigens kein Rezept, sondern ein eigenes Dokument mit eigenen Regeln. Sie taucht in dieser Preisliste bewusst nicht auf.
Wie lange der Vorgang dauert
Eine feste Bearbeitungszeit nennen wir bewusst nicht, und einen Termin sagen wir nicht zu. Verzögerungen entstehen fast immer an derselben Stelle: Angaben fehlen, widersprechen sich, oder ein angeforderter Befund kommt nicht.
Ist die Verordnung ausgestellt, geht sie als PDF per E-Mail an Sie. Schicken Sie den Ausdruck anschließend an eine Versandapotheke, kommen deren Bearbeitung und der Versand des Arzneimittels dazu.
Planen Sie entsprechend: Wer ein Blutdruckmittel, ein Schilddrüsenhormon oder eine Verhütungspille dauerhaft einnimmt, sollte nicht warten, bis die Packung leer ist. Zwei Wochen Vorlauf sind ein realistischer Puffer und verhindern die häufigste vermeidbare Komplikation einer Dauertherapie, nämlich die ungeplante Unterbrechung.
Bei einem akuten Beschwerdebild ist dieser Weg dagegen der falsche. Wer heute Fieber, starke Schmerzen oder Atemnot hat, gehört in eine Arztpraxis, in eine Bereitschaftspraxis oder in die Notaufnahme, nicht in ein Formular.
Wo dieser Weg endet und die Arztpraxis vor Ort beginnt
Ein Fragebogen ersetzt keine Untersuchung. Alles, was Abhören, Abtasten, eine Blutabnahme, eine Bildgebung oder die unmittelbare Beurteilung Ihres Zustands erfordert, lässt sich so nicht abbilden, und wir behaupten das auch nicht.
Bei Brustschmerzen, Atemnot, plötzlichen Sprach-, Seh- oder Lähmungsstörungen, hohem Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl, starken Bauchschmerzen, Blut in Stuhl oder Urin, ungewolltem Gewichtsverlust oder rasch zunehmenden Beschwerden gehen Sie sofort in eine Praxis oder Notaufnahme.
Auch bei einer unklaren, erstmals auftretenden Beschwerde ist die Praxis vor Ort der richtige Ort. Der Online-Weg ist dort am stärksten, wo eine Diagnose bereits steht und eine bewährte Therapie fortgeführt werden soll, und er trägt auch ein neues Medikament, wenn sich die Beschwerden aus dem Fragebogen klar einordnen lassen. Er ist schwach, wo die Diagnose selbst die eigentliche Aufgabe ist.
Wir bieten keine Videosprechstunde und kein Telefongespräch an. Das ist ein echter Unterschied: Wer mit einem Arzt sprechen möchte, ist bei einer Videosprechstunde besser aufgehoben als bei einer schriftlichen Prüfung.
Wer die Beurteilung vornimmt
Die medizinische Beurteilung nimmt lek. Damian Wojno vor, Arzt mit polnischer Approbation, Nr. 3211301, eingetragen bei der Ärztekammer in Olsztyn (Izba Lekarska w Olsztynie). Er hat keine Niederlassung in Deutschland und keine deutsche Approbation. Genau darauf beruht die rechtliche Konstruktion: § 2 Absatz 1a AMVV stellt seine Verordnung einer deutschen gleich.
Betreiber des Dienstes ist die MEDINOW Sp. z o.o. mit Sitz in Olsztyn, Polen. Das sagen wir ausdrücklich, damit Sie wissen, wer Ihre Gesundheitsdaten sieht und wer die ärztliche Verantwortung trägt.
Wir arbeiten mit keiner bestimmten Apotheke zusammen und empfehlen keine. Ihre Verordnung können Sie in jeder Apotheke einlösen, die sie nach Prüfung annimmt. Es gibt keine Provision, keine Verlinkung und keine wirtschaftliche Verbindung zu einem Arzneimittelverkäufer.
Medizinisch geprüft am 28.08.2026 durch lek. Damian Wojno. Diese Seite informiert allgemein und kann eine ärztliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen.
Ist ein Online-Rezept legal?
Ja, sofern ein approbierter Arzt es nach Auswertung Ihrer medizinischen Angaben ausstellt und die Verordnung alle Pflichtangaben nach § 2 Absatz 1 AMVV enthält. Ja, nach § 2 Absatz 1a AMVV gilt eine vollständige Verordnung aus einem anderen EU-Staat wie eine deutsche. Nicht zulässig wäre ein Rezept ohne ärztliche Beurteilung oder eines für Arzneimittel, die dem Betäubungsmittelrecht unterliegen.
Welche Medikamente sind ausgeschlossen?
Nicht möglich sind Betäubungsmittel und T-Rezept-Präparate, darunter Opioide wie Tramadol und Tilidin, Benzodiazepine wie Lorazepam, die Schlafmittel Zolpidem und Zopiclon, Stimulanzien wie Methylphenidat und Lisdexamfetamin sowie Cannabis. Zusätzlich verordnen wir keine Gabapentinoide, also kein Pregabalin und kein Gabapentin. Auch Präparate, die eine körperliche Untersuchung oder ein Überwachungsprogramm voraussetzen, sind auf diesem Weg nicht möglich.
Wie lange dauert es?
Eine feste Bearbeitungszeit nennen wir bewusst nicht. Ist die Verordnung ausgestellt, geht sie als PDF per E-Mail an Sie. Fehlen Angaben oder fordert der Arzt einen Befund nach, verlängert sich der Vorgang entsprechend. Für eine Dauermedikation sollten Sie rund zwei Wochen Vorlauf einplanen, damit keine Therapielücke entsteht.
Nimmt jede Apotheke das Rezept?
Jede Apotheke darf eine vollständige Verordnung aus einem EU-Staat annehmen, und § 17 Absatz 4 ApoBetrO regelt den Umgang mit Verschreibungen. Verpflichtet zu beliefern ist eine Apotheke jedoch nie, wenn pharmazeutische Bedenken bestehen. Das gilt für jedes Rezept, auch für eines aus einer deutschen Praxis.
Was kostet die Beurteilung?
Die ärztliche Prüfung kostet 24,90 EUR für ein Online-Rezept und 29,90 EUR bei GLP-1-Analoga. Eine vorrangige Bearbeitung kostet 9,90 EUR zusätzlich. Der Preis des Arzneimittels ist nicht enthalten, weil es sich um ein Privatrezept handelt. Lehnt der Arzt aus medizinischen oder rechtlichen Gründen ab, erstatten wir die Gebühr. Bittet Sie der Arzt um Unterlagen, haben Sie dafür mindestens 7 Tage Zeit, und wir erinnern Sie an die Frist; lässt sich die Beurteilung nicht abschließen, erstatten wir Ihnen die Gebühr vollständig.